Sommerzeit ist Zeckenzeit

Vollgesogene Zecke. Mit freundlicher Genehmigung von Karin Woerlen
Vollgesogene Zecke. Mit freundlicher Genehmigung von Karin Woerlen

Die in Deutschland vor allem vorkommenden Zeckenarten (Ixodes, Dermacentor und Rhipicephalus) leben auf Gräsern, Sträuchern und ähnlichen Gewächsen, klettern aber nie höher als 80 cm. Daher lauern Zecken auf direkter Augenhöhe unserer Haustiere. Die Zeckensaison ist in unseren Breiten zwischen März und November mit zwei Aktivitätsgipfeln im Frühling sowie im Spätsommer.  Diese kleinen blutsaugenden Parasiten stellen für Ihren Hund sowie Ihre Katze ein erhebliches Infektionsrisiko dar:
Nachdem sich die „Wegelagerer“ auf ihr Opfer begeben haben, beginnt eine mitunter mehrstündige Suche nach der richtigen Stelle für den Stich. Die Zecke verankert sich mit Widerhaken in der Haut und schüttet mit ihrem Speichel mehr als 30 Wirkstoffe in der Stichstelle aus. Dadurch haben Zecken, die Träger diverser Krankheitserreger sein können, das erhebliche Potential Ihr Tier zu infizieren. Neben dem Hauptproblem für Haustiere - der Lyme-Borreliose - können die Blutsauger diverse andere Bakterien (v.a. Anaplasmen), Parasiten (v.a. Babesien) sowie das, für Haustiere meist ungefährliche FSME-Virus übertragen.
All diese Krankheiten können diagnostiziert und therapiert werden, doch die beste Therapie ist die gründliche Vorsorge. Schützen Sie Ihren Vierbeiner während der gesamten Zeckensaison mit einem geeigneten Spot-on Präparat oder mit einem wirkstoffhaltigen Halsband. Zur individuellen Beratung heißen wir Sie in unseren Praxisräumen herzlich willkommen.

Der neue EU Heimtierausweis

EU Heimtierausweis. <br>Mit freundlicher Genehmigung von Karin Woerlen
EU Heimtierausweis.
Mit freundlicher Genehmigung von Karin Woerlen

Was ist neu, was bleibt?

Schon seit 2004 muss für Reisen innerhalb der EU mit Hunden, Katzen und Frettchen ein einheitlicher Heimtierausweis mitgeführt werden, der von einem berechtigten Tierarzt ausgestellt wurde. Dies hatte den Zweck, die Einschleppung und Verbreitung von Tollwut zu verhindern. Seit dem 29.12.2014 gelten diesbezüglich neue Bestimmungen, die diversen Verstößen – meist vom illegalen Tierhandel begangen –  gegen das geltende Recht weiter vorbeugen sollen: So soll z.B. das Fälschen von Einträgen oder deren nachträgliche Änderung erschwert werden.

Die wichtigsten Neuerungen sind die Folgenden:

  • Ein neuer Ausweis darf nur noch ausgestellt werden, nachdem die Identität des Tieres geklärt ist und alle dafür notwendigen Angaben sowie das Aussehen des Tieres in den Ausweis vom Tierarzt (nicht mehr vom Züchter!) eingetragen wurden. Dafür ist auch eine Unterschrift des Tierbesitzers notwendig.
  • Die Ausweisnummer wird im Zusammenhang mit dem Besitzer in die tierärztliche Karteikarte aufgenommen und für mindestens 3 Jahre aufbewahrt.
  • Die Angabe zur Tollwutimpfung wird mit einer Laminierung versiegelt. Dadurch wird der Ausweis bei Manipulation und Fälschungsversuchen unbrauchbar.
  • Die Kontaktdaten der Tierarztpraxis sind in den Ausweis einzutragen.
  • Es dürfen maximal 5 Tiere mitgeführt werden, welche nicht zur Abgabe an neue Besitzer gedacht sind.

Bitte beachten Sie, dass sämtliche „alten“ Ausweise (Ausstellungsdatum vor dem 29.12.2014) ihre Gültigkeit behalten, solange das Tier lebt. Falls Sie nicht vorhaben, mit Ihrem Tier zu verreisen, können Sie wie bisher einen gelben Impfpass erhalten. Im Umkehrschluss können Sie auch ohne Reiseabsicht einen Heimtierausweis als Impfpass nutzen.

Die Neuerungen zur Einfuhr von Tieren aus Nicht-EU Ländern werden im Folgenden aufgezeigt:

  • Falls ein Tier aus einem Nicht-EU Land eingeführt werden soll und dies nicht zu Handelszwecken geschieht, muss eine separate schriftliche Tiergesundheitsbescheinigung ausgestellt werden. Für diesen seltenen Ausnahmefall erkundigen Sie sich in unserer Praxis.
  • Neu ist eine Bestätigung des Tierhalters, dass Tiere ohne ausreichenden Tollwutimpfschutz (bis einschließlich 16 Wochen) keinen Kontakt zu wild lebenden Tieren hatten. Das ist notwendig, um auf einen Bluttest verzichten zu können. Zusätzlich muss der Besitzer erklären, dass das Tier ein gesichertes Transportmittel benutzt hat bzw. der gesicherte Bereich eines internationalen Flughafens nicht verlassen wurde.